Dienstag, 17. Februar 2009

San Francisco - Part II

Am Mittwoch Morgen schien die Sonne und ich entschied mich kurzerhand ein Fahrrad zu mieten. Durch das Hostel bekam man noch einen kleinen Rabatt, so dass das Geld wirklich gut angelegt war. Ich startete an der Fisherman's Wharf im Nord-Osten und fuhr am Sandstrand der Golden Gate Bridge entgegen. Unterwegs stoppte ich immer wieder um einige Photos zu schießen.
Der Radweg war glücklicherweise flach und man kam zügig voran. Die Aussicht auf die Brücke, die Gefängnisinsel Alcatraz und die hinter mir liegende Bucht waren sehr schön.
Am Fuße des berühmten Bauwerkes angekommen, beobachtete ich einige Surfer, die bei eisigen Wassertemperaturen von etwa 10°C ihren Spaß hatten. Die hohen Wellen und scharfkantigen Felsen am Ufer ließen diese Typen im wahrsten Sinne des Wortes kalt.
Über einen kleinen Berg und mit Hilfe eines freundlichen einheimischen Radfahrers fand auch ich den Weg auf die Brücke. In der Mitte der Überfahrt hielt ich wieder für einige schöne Bilder kurz inne, bevor ich den Rückweg in Richtung der berühmten Schlangenstraße "Lombard Street" antrat.
Hinab in die Bucht ließ es sich zügig rollen und auch das gerade hin fahren war nicht unbedingt ein Problem. Die Route erwies sich als tückisch. Am Ende, kurz vor meinem anvisierten Ziel, dem Blumenhang, gab es auf einmal mal wieder einen langen und sehr steilen Berg. Die ersten Meter konnte ich fahren, den größten Teil musste ich dann aber doch schieben. Nach über einer halben Stunde Bergmarsch erklam ich den Hügel und fand heraus, dass die Blumen alle abgeschnitten waren. Schön...alles um sonst und das nur wegen ein bisschen Grünzeug :-)
Wenigstens hat die Zick-Zack-Abfahrt auf dem rutschigen Pflasterweg und die anknüpfende Abfahrt zurück zum Fahrradverleih ein bisschen Spaß gebracht.
Vom Fahrradverleih aus lief ich schnurstracks zurück zur Fisherman's Wharf und von dort aus zum Pier 33. Die "Night Tour" nach Alcatraz war nur noch einige Minuten entfernt und ich dementsprechend auch voller Vorfreude.
In der Warteschlange lernte ich Lisa und Paul aus Vancouver kennen. Zusammen mit den beiden, war die Bootsfahrt und der anschließende Rundgang schon mal nicht mehr so langweilig.
Wobei man nicht von langweilig reden kann, wenn man nach Alcatraz geht. Das war zu Beginn der Dämmerung sehr spannend und wurde mit zunehmender Dunkelheit sogar ein wenig gruselig.
Der Führer erklärte ausführlich die einzelnen Details der Insel, bevor man selber mit Kopfhörern bewaffnet die Gebäude erkunden durfte. Die Audio-Tour war sehr gut und man bekam einen ausgezeichneten Eindruck davon, wie sich das Leben auf Alcatraz, abgespielt haben musste. Um jetzt nicht zu viel zu verraten, kann ich nur sagen: Sehr empfehlenswert!
Nach etwa 2 Stunden ging es dann wieder zurück aufs Schiff. Mittlerweile war es Nacht in San Francisco und die ganze Stadt leuchtete. Somit erhielt der Abend einen sehr schönen Abschluss, mit dem Blick auf die nächtliche Bucht.

Im Hostel war ursprünglich eine Bar-Tour geplant. Leider waren 3 der 4 Dänen noch keine 21 Jahre alt und so blieb ich zusammen mit ihnen im Hostel, wo wir alle mal genauso viel Spaß hatten.

Der Freitag verlief anfänglich etwas ruhiger. Ich machte mich früh auf um den Golden Gate Park zu durchqueren. Das Wetter war unerwarteter Weise schon wieder sehr gut (Danke du unzuverlässiger Amerikanischer Wetterdienst! Dieser hatte für die ganze Woche Regen vorher gesagt, aber seltsamer Weise hat doch jeden Tag die Sonne etwa 6 Stunden lang geschienen.). Der Park war riesig und ganz im Amerikanischen Stil: Eine vielbefahrene Straße mitten durch.
Im Botanischen Garten überwältigte mich die Müdigkeit dann doch und ich legte mich auf einer Bank ein bisschen hin. Dabei genoß ich die frühlingshaften warmen Sonnenstrahlen und den Duft der Pflanzen um mich herum.
Jeder Marsch hat ein Ende und am Freitag endete er am westlichen Ende Nord Amerikas, am Pazifischen Ozean. Das Wetter hatte unterdessen umgeschlagen und wie beim Aufstieg zu den Twin Peaks war das Timing perfekt. Es begann zu regnen, als ich den Sandstrand betrat. Dieses Mal war es nur leider so, dass es waagrecht regnete und ich nach etwa 2 Minuten, trotz Regenschirm und Regenjacke, patsch nass war.
In der Not kam mir ein kleiner Burger King zu Hilfe, in dem ich erst mal Unterschlupf fand. Der Regen fand kein Ende und so entschloß ich mich dann doch, den Rückweg mit dem Bus zu bewältigen.

Der Abend endete wieder ein Mal im Hostel: Sachen packen, Film schauen, sich mit Australiern unterhalten.

Fazit für San Francisco: Eine der schönsten Städte der Welt, in der es zu viele Schwule gibt und mindestens genau so viele Obdachlose (leider)!

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